Die Siebensteinhäuser bei Bad Fallingbostel
Zufahrt zu den Siebensteinhäusern: BAB 7 zwischen Hamburg und Hannover, in der Nähe des Walsroder Dreiecks. Fahren Sie die Abfahrt Westenholz ab, Richtung Ostenholz, dann auf der ausgeschilderten Straße zum Posten 8 B, an der Halteschranke diese Informationen entgegen nehmen, auf der Straße weiterfahren und in keinem Fall die Straße verlassen (Lebensgefahr durch Blindgänger) zum Parkplatz Siebensteinhäuser.
Die Siebensteinhäuser befinden sich auf dem NATO - Truppenübungsplatz Bergen und sind zur Besichtigung an jedem Wochenende, sowie an bestimmten Feiertagen von 8.00 bis 18.00 geöffnet.
Die Siebensteinhäuser bei Bad Fallingbostel gehören seit einigen Jahrhunderten zu den bekanntesten Großsteingräbern Deutschlands. Ihre erste bekannte schriftliche Erwähnung erfolgte schon 1720 durch den Gelehrten Kessler; neben vielen anderen Autoren leistete auch der Heimatschriftsteller A. Fredenthal einen großen Beitrag zur Popularität der Siebensteinhäuser.
So waren diese in der Jungsteinzeit erbauten Gräber lange vor der Anlage des Truppenübungsplatzes ein beliebtes Ausflugsziel. Dies ist auch heute so geblieben, wenn auch den Großsteingräbern - deren erste Unterschutzstellung des damaligen Fallingbostler Oberamtmanns Quintius Icilius erreichte - durch die Kiefernaufforstung um die Mitte des 19. Jahrhunderts und durch den Bau der Schutzwälle 1958 die Harmonie zur Landschaft verloren ging. In den zurückliegenden Jahren waren trotz dieser Maßnahmen immer wieder Granateinschläge durch Gefechtsübungen im unmittelbaren Gräberbereich zu verzeichnen. Diesem übel ging der Verfasser nach und konnte dann Schwachpunkte ermitteln. Der 20-30 jährige Birkenwuchs gab den über Wallhöhe ankommenden Granaten teilweise eine neue Richtung, so dass es zu Treffern im Grabbereich kam. Durch das Freistellen der Wälle vom höheren Bewuchs und dem Anpflanzen von Wacholdern wurde die Gefahr beseitigt.
Die Siebsteinhäuser bestehen aus fünf Steingräbern und es war auch sicherlich schon immer so. Sieben bedeutete im Volksmund einfach mehrere, die Siebensachen z.B. bestehen meisten auch nicht aus genau sieben Gegenständen.
Die fünf Steingräber wurden in der zweiten Hälfte des dritten Jahrtausends unsere Zeitrechnung von den Menschen der Trichterbecherkultur - den ersten sesshaften Bauern dieser Region - als Beinhäuser für Ihre Toten errichtet. Es gab schon damals begabte Baumeister, denn die Kammerlangseiten der fünf Gräber sind fast zentimetergenau in etwa nordöstlicher Himmelsrichtung ausgerichtet (siehe Grafik oben). Außerdem war es nicht leicht die passenden Ständer und Decksteine zu finden, geschweige denn, sie mittels Hebeln und Rollen zu transportieren und vor Ort aufzubauen. Der Kammerfußboden wurde durch das einbringen von Granitguß und Sand trocken gelegt.
Alle Fugen zwischen den großen Steinen Trockenmauerwerk - heute nur noch im unteren Bereich sichtbar - in einer passgenauen Technik verschlossen, welche der heutige Steinmetz nicht mehr beherrscht. Nach der Erstellung des kleinen Zugangs, Ganggrab, in der Mitte der Südostseite der Grabkammer wurden ringsherum Kranzsteine gesetzt und der Raum dazwischen wurde bis über die Decksteine mit Erde verfüllt. Dies ist in Resten noch am Grab "D" sichtbar. Zu dem brauchte man Erfahrung und ein umfangreiches Wissen, sonst hätten diese Bauten nicht Jahrtausende überdauert.
Abb.: 32 Eingang zu „A“
Hier eine kleine Skizze, um einen besseren überblick zu erhalten. Die auf dieser Zeichnung erkennbaren Wälle sind nur für den Schutz der Anlage und haben nichts mit den ursprünglichen Aussehen zu tun.
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... und fertig machen für die Heimfahrt!
Während das Grab "D" vom Typ her Parallelen zu französischen Grabanlagen zeigt, lassen sich die vier anderen Gräber dem Elbe-Weser-Dreieck zuordnen.